Dienstag, 28. Oktober 2014

Leserpost von Ulrich Dittmann: Zwei anrührende wahre Hühnergeschichten

Tierfreund Ulrich Dittmann schrieb mich per Email an und sandte mir eine ganz wunderbare und anrührende Kurzgeschichte, die von den ehemaligen KZ-Hühnern Ludowike und Amalie handelt und die möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten und bitte die Leser diese unbedingt zu lesen, da sie manchem die Augen öffnen wird über das Haustier Huhn, dies besonders diejenigen Leser, die nur Hunde und Katzen als Haustiere halten und Vorbehalte gegenüber Hühnern haben. Es ist eine wahre Geschichte, also keine Fiktion!

Außerdem möchte ich auf eine weitere wahre Geschichte, die Geschichte zwischen einem Hund und einem Huhn, hinweisen, wo mir Ulrich Dittmann dazu den Link sendete. Das Foto auf dieser Seite ist ebenfalls von Ulrich Dittmann, mit dem ich auch in nettem telefonischen Kontakt bin: http://www.tiergeschichten24.de/geschichten/die-geschichte-einer-tierfreundschaft.php#more-1111.

Anschließend noch ein paar Schnappschüsse von unseren Hühnern, eben fotografiert.


Ludowike und Amalie aus der Hühner-KZ-Haltung


Eine wahre Tiergeschichte - von Ingrid Laudan (verstorben)



Ludowike war zehn Wochen alt und Amalie acht Wochen. Sie waren trotz ihres Altersunterschiedes zusammengepfercht und in Dunkelhaft gehalten worden. Dabei waren die jüngeren Hühnchen von den ältern oft totgedrückt worden. Auch Amalie konnte kaum ans Futter rankommen. Es war furchtbar.
Ich nahm die beiden zu mir nach Hause. Es dauerte einige Zeit bis sie stehen konnten. Ich habe sie mit natürlichem Futter hochgepäppelt. Danach geschah etwas Erstaunliches. Ludowike adoptierte Amalie! Es war rührend, wenn sie einen Regenwurm fand und Amalie ihn bekam. Nachts saßen beide auf der Stange. Die Kleine wohlbehütet unter dem Flügel der Adoptivmutter. Aber als Amalie eineinhalb Jahre alt war, fing sie plötzlich an zu hinken, außerdem fiel sie des nachts von der Stange. Der Tierarzt stellte einen Knochenverschleiß fest, den sonst nicht einmal ganz alte Hühner haben. Er meinte, sie müsste erlöst werden.

Ich weinte und Ludowike jammerte. Sie ließ ihren linken Flügel wochenlang hängen, so als ob Amalie noch darunter wäre! Da alle meine Hühner stubenrein waren, konnten sie zu jeder Zeit zu mir ins Haus kommen. Als Ludowike einmal ihr Spiegelbild entdeckte, war sie ganz aufgeregt und überglücklich. Sie lockte, rannte dann zum Fenster, gluckte sich um. Aber welch eine Enttäuschung, ihr Baby kam nicht. Ich habe den Spiegel zugehängt. Auch nachts im Traum schrie sie. Ich kam und machte das Licht an. Sie fing sofort an zu suchen.
Ich wollte Ludowike trösten und gab ihr einen eingeweichten ungesüßten Dinkelzwieback, den sie über alles liebte. Sie nahm ihn aber nicht für sich, sondern ging damit von Busch zu Busch am Gartenzaun entlang. Der Zwieback wurde an jedem Busch abgelegt und dann lockte sie. Natürlich ohne Erfolg. Und dann passierte etwas eigenartiges: Sie legte den Zwieback wie bisher unter einen Busch, lockte und versteckte sich dann in größerer Entfernung - Strategiewechsel! Hat die Kleine vielleicht Angst vor mir, musste sie wohl gedacht haben. Ludowike hat in längeren Abständen immer wieder bis an ihr Lebensende gelockt und gesucht!
Ich musste wieder an die Studie über Hühner eines amerikanischen Professors denken:
 
“Hühner stehen auf der gleichen Stufe wie Menschenaffen, es fehlen ihnen nur die Hände!”
 
 
 
Wie jeden Tag, wenn ich auf der Terrasse bin, dann kommen die Hühner zu mir:
 
Grüni, das Grünlegerhuhn  auf meinen Beinen, unten das Sperberhuhn Zebra

Zebra und Hühnerscharchefin Mathilde
 
Sissi (links) und Gretel (rechts)

Meine verlassene Siesta-Lagerstatt auf der Terrasse: Grüni muß nachschauen ob von meinem Kuchen noch was übrig ist

Sissi auf dem Trimmradsitz
 

 

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