Freitag, 3. Juli 2015

Email zu einer Radierung von Paul Riess (1857-1933)




Wie bekannt, habe ich mich ein wenig des Werkes des Dessauer Malers Paul Riess (1857-1933) in Blogbeiträgen angenommen, siehe dazu die bisherigen Artikel:

http://barrynoa.blogspot.de/2009/10/der-maler-paul-riess-1857-1933.html  
http://barrynoa.blogspot.de/2012/05/paul-riess-und-die-familie-kammerer.html    
http://barrynoa.blogspot.de/2011/10/neu-paul-riess-1857-1933-bei.html  
http://barrynoa.blogspot.de/2011/07/paul-riess-1857-1933-vormittag-auf-der.html 
http://barrynoa.blogspot.de/2012/12/ein-neues-bild-von-paul-riess-1857-1933.html
http://barrynoa.blogspot.de/2013/01/fruhlingsbilder-von-paul-riess-1857-1933.html
http://barrynoa.blogspot.de/2014/05/paul-riess-fruhling-im-anhaltland.html  
http://barrynoa.blogspot.de/2014/05/paul-riess-alte-solitareiche-in-anhalt.html 
http://barrynoa.blogspot.de/2014/05/paul-riess-der-sieglitzer-waldpark-und.html  
http://barrynoa.blogspot.de/2014/10/paul-riess-anhaltische-winterlandschaft.html  

Da im Dessauer Antikhandel Neumann (http://antikhandelneumann.npage.de) auch schon des öfteren Riess-Bilder angeboten wurden (derzeit nur eine kleine Radierung), bat ich die Leser sich zu melden, wenn sie selbst im Besitz von Riess-Bildern sind. Dieser Tage erhielt ich mal wieder eine Email zu diesem Thema:

„Sehr geehrter Herr Nowack,

ich wende mich mit der Hoffnung an Sie, dass Sie mir mit Ihrem
Fachwissen weiter helfen können.
Ich habe aus dem Nachlass einer Dame folgendes Bild erstanden (siehe Anhang).
Ich hoffe, die Fotos sind gut genug.
Leider komme ich mit meinen Recherchen nicht recht weiter. Deshalb ruht
jetzt meine gesamte Hoffnung auf Ihrer Fachkenntnis.
Handelt es sich hier tatsächlich um einen Paul Riess. Bzw. DEN Paul
Riess (von welchem Sie auf Ihrer Homepage immer wieder berichten)?
Wie hoch schätzen Sie denn den Wert dieses Werkes ein?

Ich bedanke mich ganz ganz herzlich für Ihre Bemühungen und Ihre
wertvolle Hilfe.

Ich schicke viele sonnige Grüsse aus Südtirol
Alexandra Überbacher“

Nun, es ist tatsächlich eine Radierung von Riess, dies ist unstrittig, allerdings kann ich nicht bestimmen, ob es sich um eine anhaltische Landschaft handelt. Riess malte keine Phantasielandschaften, aber nachzukommen, um was es sich für einen Ort handelt, ist kaum möglich. Da aber seine Radierungen meistens in einer Auflage bis zu 100 Stück vervielfältigt wurden, so wird dieses Blatt schon irgendwann noch einmal auftauchen und dann ist es möglich, mehr über das Motiv zu erfahren, da öfter dies auf der Rückseite mit Bleistift vermerkt wurde. Zu dem Preis: ca. 200 Euro!

Vielen Dank, werte Frau Überbacher für die Genehmigung dieses Blatt in meinem Blog vorzustellen!

Der unerwartete Tod von Huhn Karla

Heute noch auf stolzen Rossen,
morgen durch die Brust geschossen.


Gestern gegen 10.00 Uhr schrieb ich einen Blogbeitrag über das arme Huhn Karla, welches ein schreckliches Leben hinter sich hatte und vor 3 Wochen nachdem es „ausgedient“ zu mir kam, als ein vor dem Schlachthaus gerettetes Huhn, siehe diesen gestrigen Blogbeitrag: http://barrynoa.blogspot.de/2015/07/nach-3-wochen-in-freiheit-karla-das.html.
 


 
Gestern früh noch machte ich ein paar Fotos von ihr, freute mich, wie gut sie sich heraus gemacht hatte, wie sie die Freiheit genoß, die sie nie vorher kennen gelernt hatte und freute mich auch darüber, dass sie so anhänglich war. Vorbei! Gestern gegen 15.30 Uhr ging Karla in den hinteren Teil des Gartens unter die große Tanne, wo sie ein Sandbad nehmen wollte, was sie dann auch tat. Sie war eine Einzelgängerin, ging allein nach hinten und wurde dort von dem wieder auf das Grundstück eingedrungenen Fuchs überrascht. Am hellerlichten Tag treibt dieses Untier nun schon sein Unwesen. Menschen stören ihn nicht, denn in den Nachbarsgärten waren Menschen anwesend, und durch diese Gärten muß er durch um auf mein Grundstück zu kommen, was relativ leicht ist, da nur ich einen dichten Zaun habe, aber mein einer Nachbar nicht und da dies dessen Front ist, kann ich ihm keinen anderen Zaun vorschreiben. Dieser Fuchs ist geradezu ein Monster - wohlgenährt und überhaupt nicht hungrig, tötet er nur Hühner und will sie nicht mal fressen. So biß er der armen Karla nur den Kopf ab und nahm ihn mit und ließ den Körper liegen, den wir dann gegen 16.00 Uhr fanden. Die anderen Hühner waren nicht betroffen, da sie sich auf dem Hof am Haus befanden.


Ausgerechnet die arme Karla hat es erwischt, ein Huhn welches nun nur noch 3 Wochen ein artgerechtes Leben hatte, nach der Hühner-KZ-Zeit. Gerecht geht es nicht zu auf Erden und ich staune immer wieder, wie einfältig die Menschen sind, die an einen „lieben“ Gott glauben. Heilige Einfalt, kann man da nur sagen, denn all das Leid, all die Ungerechtigkeit auf Erden, dies soll von einem „lieben“ guten Gott, einem „treusorgenden Vater“ stammen?

Donnerstag, 2. Juli 2015

Nach 3 Wochen in Freiheit: Karla, das Schlachthuhn

3 Wochen sind vergangen, als Karla das Schlachthuhn zu uns kam. Vollkommen verstört und mit Schorf übersät, war sie fertig mit der Welt und vor allem mit den Menschen, die sie in Qualhaltung gehalten hatten.

Damit ein Ei im Supermarkt nur 10 Cent kostet, weniger als eine Zigarette, die hoch besteuert wird, ein Ei aber nicht, da schaut ein ganzes Volk weg, wie es auch schon wegschaute, als es in Deutschland Menschen-KZ´s gab.

Karla sollte am 10. Juni diesen Jahres zur Schlachtung kommen, da es „ausgedient“ hatte, so wie Millionen ihrer Artgenossen, den in Tier-KZ´s gehaltenen Legehennen. Am 9. Juni kam Karla zu mir, zusammen mit 3 anderen Hühnern. Was Freiheit, Licht und Sonne und viel Grün und großer Auslauf (1000 qm Garten) aus Karla gemacht haben, dies in so kurzer Zeit, das zeigen die Fotos, damals aufgenommen am Tag der Ankunft und von gestern und heute.

Auch wenn Karla noch immer nicht ein vollkommen gesundes Huhn ist, was sie nach diesem Martyrium in einem Hühner-KZ nie werden wird, so ist sie doch ein ganz anderes Tier geworden. Anfangs wild um sich hackend, verstört und kränklich, so ist aus ihr in dieser so kurzen Zeit ein recht ansehnliches Huhn geworden, welches auch sehr dankbar ist und auch Eier legt. Karla hat die Angewohnheit sich auf Schritt und Tritt den ich im Garten und auf dem Hof mache, mir anzuschließen. Das geht oft soweit, daß ich manchmal fast über sie falle, so eng schließt sie sich mir an, siehe auch ein Foto unten, wo Karla mir schon fast auf den Schuhen sitzt.

Zu den anderen Hühnern hält sie noch immer Abstand, kein Wunder, denn Hühner saßen ihr in der Enge der Massentieranlagen ja lange genug auf der Pelle, was Hühner gar nicht mögen, denn wenn sie auch Gruppentiere sind, drangvolle Enge, wie in den Hühner-KZ´s, das ist Dauerstreß für sie. Ein Huhn möchte Abstand zu seinen Artgenossen haben, zumindestens so einen Meter, dann fühlen sie sich am wohlsten. Körperkontakt suchen sie schon, aber nur in der Nacht, wenn sie schlafen oder mal kurze Zeit am Tage.


Aber das interessiert ja eh nur wieder wenige Tierfreunde unter meinen Lesern, die große Masse wird weiterhin nach den etwas billigeren Bodenhaltungs-Eiern im Supermarkt greifen und nicht nach den Bio-Eiern, die zwar auch nicht das Gelbe vom Ei sind, da auch dort die Hühner nicht artgerecht leben können, aber doch zumindestens die Hühner in der Regel nicht in einem KZ leben müssen.


Die Ankunft von Karla bei mir:



 
Fotos von Karlas Ankunft:
 
 
 
 
 
 
 
Fotos von Karla, gestern und heute aufgenommen:




 

Mittwoch, 1. Juli 2015

Prüderie vor 100 Jahren und in heutiger Zeit


Der Sommer 2015 ist da! Badezeit! Freikörperkulturzeit?

Der zionistische Maler des Jugendstils, Ephraim Moses Lilien (1874-1925), über den ich schon diesen kleinen Blogbeitrag schrieb, siehe: http://barrynoa.blogspot.de/2015/04/ephraim-moses-lilien-1874-1925.html, der war um 1900 auch ein Kämpfer gegen die damalige Prüderie. Bekannt ist, daß etliche konservative Kreise gegen die Freikörperkultur Front machten, voran die Kirchen. Lilien hielt, wie viele andere Freidenker und Freikörperkultler damals, mit künstlerischen Mitteln dagegen. Obige Grafik von ihm kann man getrost als Propagandabild gegen die Prüderie bezeichnen. Genius werden von einem körperlich häßlichen Menschen die Flügel rigoros mit einer großen Schere gestutzt. Dabei muß Genius, der in diesem Bild auch die Freikörperkultur verkörpert, auf einem Buch knien, das Buch trägt den Titel: „Sittenkodex“ und die Grafik den Titel "Genius vor dem Richterstuhl der Prüderie"!

Vergleicht man aber Publikationen von damals und die große Verbreitung der Freikörperkultur um 1900 mit der heutigen Situation, dann wird man feststellen, daß heutzutage eine viel größere Prüderie herrscht als damals. An der Freikörperkultur halten nur noch alte Leute fest, welche die freieren Zeiten diesbezüglich in der DDR mitgemacht haben, Kindern und Jugendlichen wird schon durch die öffentliche neue Prüderie, die aus den USA importiert wurde, die Freikörperkultur als unsittlich hingestellt und FKK gar mit Mißbrauch in einen Topf geworfen. FKK-Fotos oder bildnerische Aktbilder von Malern sind nun mit strafbarer Pornografie gleichgestellt. Ein Lehrer, der mit seiner ganzen Klasse an einen FKK-Strand gehen würde, wie es das zu DDR-Zeiten gab, der würde heutzutage als Sittenstrolch im Gefängnis landen.
 
In der „Jugend“ Nr. 36 aus dem Jahre 1896 findet man neben vielen anderen Darstellungen der Freikörperkultur auch eine Grafik von Peter Bauer, wo Kinder und Jugendliche am Starnberger See nackt baden, eine Szene, die es heute in einer Zeit viel größerer Prüderie als vor weit über 100 Jahren nicht mehr geben würde. Dies hatte kein Mensch in den libertären 1970er Jahren, ausgelöst durch die 68er Bewegung, sich vorstellen können, daß wir weit vor die Zeit von 1896 mal wieder zurück fallen würden und den reaktionären gesellschaftlichen Kräften dieses Rollback gelingen würde.
 
 

Dienstag, 30. Juni 2015

Der Hund, der "beste" Freund des Menschen?



Ein Beitrag in Wolfgang Herrmanns weißem Tierschutz-Blog von einer Frau Irmer wurde an Unwissenschaftlichkeit und an speziesistischer Geisteshaltung durch kaum einen anderen Beitrag übertroffen, siehe:


Damit hat sich Wolfgang Herrmann keinen Gefallen getan, denn als Antispeziesist steht er nun nicht mehr da, denn ein Antispeziesist würde niemals dieses Machwerk aus dieser Appenzeller Zeitung verbreiten. Es ist typisch für Menschen, die nur den Hund kennen und ihn schätzen und meinen, er wäre der „beste“ Freund des Menschen und der „beste“ Menschenversteher unter den Tieren, was natürlich nicht der Fall ist, denn, wie schon in einem anderen Blog geschrieben wurde, sind andere Tiere weit bessere Menschenversteher, wie z.B. Delphine, die sogar kleinste Regungen von schwerstgeschädigten Menschen verstehen können. Oder Raben! Was diese Tiere an Intellekt und Menschenverstehen leisten können, das stellt das was Hunde können weit in den Schatten.

Weshalb nun Hunde besonders von Menschen geschätzt werden, das ist nicht etwa deren besondere Menschenversteherei, sondern, daß der Hund ganz besonders dem Menschen unterwürfig ist. Nicht der beste Freund des Menschen ist der Hund, sondern der beste gehorsame Sklave des Menschen. Das gefällt natürlich dem Menschen, wenn ein Tier ihm sich total anpaßt! Zwangsweise muß sich ein Hund seinem Herrchen oder Frauchen unterordnen, wie ein Knecht, bekommt es doch von ihm oder ihr Futter, Zuwendung oder Strafe. Ein Gefängnisinsasse muß sich auch mit dem Gefängniswärter gut stellen, was bleibt ihm anderes über. Es ist ein Herr-Knecht-Verhältnis und keinesfalls ein Verhältnis unter Freunden.

Es ist doch kein Wunder, daß bindungsunwillige alleinstehende Menschen sich meistens einen Hund anschaffen, weil sie den restlos dominieren können, was bei der gleichen Spezies nur im islamistischen Morgenland noch möglich ist, wo ein Mann seine Frau restlos dominieren kann und sie ihm hörig ist, zwangsweise!

Was schade ist, daß solche persönlichen Vorlieben blind machen für die Wissenschaft. Das kommt mir vor, wie das Verhalten einer Mutter, die meint ihr Baby sei doch ein besonders hübsches und es wäre das „Beste“. So diejenigen, die vom besten Freund des Menschen, dem Hund sprechen. Hebt man aber eine Tierart aus den Tierarten heraus, daß diese besser sei als andere, mehr Einfühlungsvermögen in den Menschen besitzen würde, dann ist das typisch speziesistisch, denn dadurch wird anderen Tieren dieses abgesprochen oder sie zumindestens auf hintere Plätze nach dem Hund gesetzt.

Es ist allerdings nur die Unkenntnis derjenigen, die den Hund so hochloben, denn fragt man sie mit welchen anderen Tieren sie langjährige Erfahrungen hatten, dann gucken sie einen nur blöd an und verneinen. Was der Bauer nicht kennt, das frißt er nicht, heißt es, und so ist es bei der Kenntnis über andere Tiere. Ja, wer hält sich schon einen Raben, kaum jemand! Die aber mal einen hatten, die würden nie so einfältig daher reden wie diese Irmer, daß es der Hund sei, welcher der beste Freund des Menschen sei.

Ja, und was heißt eigentlich bester Freund? Ein unterwürfiger Knecht kann ja wohl kaum ein Freund sein, oder? Daß Hunde unterwürfig sind, das weiß ja nun ein jeder. Es ist dies das Überbleibsel aus der Zeit vor der Domestizierung. Wie unterwürfig rangniedere Wölfe dem Rudelführer und den über ihnen stehenden Wölfen begegnen, das kennt jeder aus Tierfilmen. Es ist dies eine Unterwürfigkeit die geradezu widerlich ist, aber gerade das gefällt Menschen, die, wenn sie im menschlichen Alltag keine „Leitwölfe“ sind, diese Dominanz dann aber ersatzweise mit ihrem Hund ausleben können. Es ist doch typisch, daß sich oft in der menschlichen Gesellschaft am Bodensatz befindliche Menschen, da sie sonst nichts zu melden haben, einen recht großen Hund anschaffen. Einen solchen Fall kenne ich in meiner Wohngegend, da hat ein geistig Behinderter seit vielen Jahrzehnten immer einen großen Hund, zwar dauernd einen anderen, aber ohne kenne ich den gar nicht. Diese armen Hunde müssen nun diesen Blödmann ertragen, dessen dümmliche Kommandos, wo er auf der Straße den Leuten zeigt, was für ein Kerl er ist. Nein, auch bei normalen Menschen ist das so, daß der Mensch den Hund braucht, gebraucht und mißbraucht (als KZ-Hund z.B. oder als Grenzerhund an der damaligen DDR-Grenze), aber umgedreht?

 
Mißbrauchte Krücke vieler Menschen: der Hund


Klar brauchen Hunde den Menschen, denn sie sind ja der Freiheit entwöhnt, eben durch die Domestizierung, aber die diente doch nicht dem Hund, sondern einzig und allein dem Menschen. Das ist Speziesismus! Beiträge, wie der von Wolfgang Herrmann in seinem Blog veröffentlichte, haben auch noch die unangenehme Eigenschaft, daß einfältige Menschen glauben was da steht und die dann statt Tiere aus der Qualhaltung aufzunehmen sich einen Hund anschaffen und die allerwenigsten ernähren ihren Hund vegan, was „Tierschützer“ unter den Teppich kehren - die Konsequenz, für diesen Knecht des Menschen, diese Krücke des Menschen, müssen viele, viele wertvolle Tiere ihr Leben lassen, in Tier-KZ´s dahin vegetieren. Schöne Tierfreunde, all diese Hundehalter. Egoisten sind es, nichts weiter! Es gefällt ihnen ein Leben mit Hunden, das ist der Grund ihrer Tierliebe.

Um nun nach Außen hin nicht als Speziesisten dazu stehen, da wiederholen sie dann gebetsmühlenartig, daß ihnen alle anderen Tiere ebenso am Herzen liegen würden, wie ihre Hunde oder ihre Katzen. Nur, was sollen diese Lippenbekenntnisse, wenn z.B. Eigenheimbesitzer fast alle einen Hund oder eine Katze besitzen, aber kaum jemand z.B. Hühner hält? Durch Beiträge, wie den aus der Appenzeller-Zeitung, da bekommen diese Spießbürger noch pseudowissenschaftlichen Rückenwind und werden sich statt Hühner lieber einen Hund anschaffen. Diese Typen ahnen nicht im Entferntesten, daß wenn sie sich mit einem Huhn genauso anfreunden wie mit einem Hund, so ein Huhn genau so ein Freund sein kann wie ein Hund.

Aber ist diese enge Bindung des Hundes an den Menschen normal? Nein, ist sie nicht! Die entsteht nur aus Einsamkeit, wenn ein Hund ohne weitere Hunde in einer Familie oder bei einem einzelnen Menschen leben muß. Dann klammert er sich an diesen Menschen, zwangsläufig, und der einfältige Mensch meint, daß dies Freundschaft sei. Artgerecht ist das nicht, denn erst unter Artgenossen, in einem Hunderudel fühlt sich ein Hund wohl, der Mensch ist nur zwangsweiser Ersatz. Nichts anderes konnte ich bei meinen Hühnern beobachten, als das Huhn Grüni nach einem Fuchsüberfall als Einzigste überlebte, sie nun allein auf mich angewiesen war und sie dann wie ein Hund mir auf Schritt und Tritt folgte, die kleinsten Regungen von mir deutete und verstand, nicht anders als ein Hund, dem solches exklusiv von dummen Menschen zugeschrieben wird. Es hat mir gut gefallen, aber war das artgerecht? Nein, es war egoistisch, und darum gesellte ich der Grüni noch Hühner zu, zu ihrem Wohle und nicht zu meinem Wohle.

Hundebesitzer sind in der Regel Egoisten, die ihren Hund wegen sich halten und ihn natürlich auch gesund erhalten wollen, denn was sollen sie mit einem kranken Hund. Diese Pflege ist zu vergleichen mit der Wohlfahrt die Bauern ihren Knechten angedeihen ließen, damit sie ihnen erhalten blieben. „Ach meinen Hund geht es doch so gut!“ - so tönt es von den Hundebesitzern, sogar dann noch, wenn diese Typen ihren Hund stundenlang allein zuhause lassen, weil sie arbeiten gehen oder anderweitig außer Haus sind, von den Tierquälern ganz abgesehen, die ihre Hunde auch noch schlecht behandeln, und das ist keine kleine Gruppe.

Durch Beiträge. wie den in der Appenzeller-Zeitung, der auch noch in anderen Tierschutz-Blogs kopiert wird, werden unbedarfte Menschen animiert, sich einen Hund anzuschaffen und nach anfänglicher Begeisterung läßt das Interesse am Tier nach und die Folgen sind bekannt: Vernachlässigung, Desinteresse, kaum noch lange Spaziergänge machen, nicht mehr auf den Hundespielplatz gehen, so daß der Hund nur noch auf sein Herrchen fixiert ist, was auch schon Tierquälerei ist, bis hin zum Aussetzen des Hundes.

Die Folgen dieses Irmer-Artikels sind verheerend, das scheint vielen mit Tunnelblick ausgestatteten „Tierfreunden“ nicht bewußt zu sein. Sie meinen Gutes zu verbreiten und das praktische Resultat ist ein Schlag gegen die Befreiung von Mensch und Tier aus dem Gehäuse der Hörigkeit (Marcuse), ein Tiefschlag gegen den Antispeziesismus!
 
 

Sonntag, 28. Juni 2015

Abenteuer aus weiter Welt 1956: Mosaik-Werbung und Illustrator Nikolaus Dimitriadi, Dessau

1955 bis 1956 erschien im Verlag Neues Leben die Romanheftserie „Abenteuer aus weiter Welt“. Monatlich erschien ein Heft. Interessant für die Mosaik-Fans („Digedags“ von Hannes Hegen) war das Heft 8, die Abenteuergeschichte „Kiwi Kiwi Diamanten“ von Rudolf Daumann, welches 1956 für das „Mosaik" warb. Zu diesem Zeitpunkt war die Nr. 1 des Mosaiks „Die Jagd nach dem Golde“ schon erschienen und man warb für das 2. Heft „Bei Windstärke 12", welches im März 1956 erschien.

 


 
Interessant für Dessauer Heimatfreunde ist auch das letzte Heft der Reihe „Abenteuer aus weiter Welt“, Friedrich Gerstäckers „Ein Plagiar", da die Umschlagzeichnung und die Illustrationen von dem Dessauer Nikolaus Dimitriadi (Nikol Dimitriadis) stammten. Dieser Dimitriadis arbeitete eine Zeit lang in Dessau bei der Dewag und wurde von Hannes Hegen für sein Mosaik-Team angeworben, siehe dazu mehr: http://www.mosapedia.de/wiki/index.php/Nikol_Dimitriadis



 

Samstag, 27. Juni 2015

Die albanischen Digedag-Hefte ("Mosaik" von Hannes Hegen) von 1971

Bei Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Digedags) und auf anderen Internetseiten

(http://www.mosapedia.de/wiki/index.php/Auslandsausgaben_Digedags), kann man über die

Auslandsausgaben des „Mosaik“ (Digedags) von Hannes Hegen folgendes lesen:



„Mosaik im Ausland

Neben den Ausgaben für die DDR und den auf besserem Papier für den westdeutschen und österreichischen Markt gedruckten Heften wurde das Mosaik auch zeitweise in anderen Ländern vertrieben:
Albanien: Mozaik
Belgien und Niederlande: Dig en Dag op Stap
Finnland: Mosaiikki
Jugoslawien: Mozaik
Ungarn: Mozaik
vermutlich Vereinigte Staaten: Mosaic“
 
Was nun Albanien angeht, so stimmt dies nicht! Es ist richtig, daß die Nummern 176, 177 und 178 (Hefte aus der Amerika-Serie) auch in albanischer Sprache erschienen, aber eben nicht für Albanien bestimmt waren. Etwas präziser beschreibt dies das „Mosaik-Handbuch" von Grünberg und Hebestreit. Auszug aus dem "Mosaik Handbuch" zu diesem Thema:

„Der Verlag Junge Welt ließ drei neutrale Hefte aus der Amerika - Serie (Nr. 176 - 178 / Juli - September 1971) ins Albanische übersetzen. Diese albanischen Probehefte wurden mit den Nummern 1a - 3a versehen. Die Auflage betrug höchstens 500 Exemplare, eher weniger!“

Grünberg und Hebestreit schreiben da zwar von albanischen Heften, lassen aber offen, ob diese Hefte für die Volksrepublik Albanien gedacht waren, was der Leser annimmt, was aber nicht stimmt. Dieselben 3 Hefte wurden in höherer Auflage in serbokroatisch veröffentlicht und waren für den jugoslawischen Markt bestimmt, wie auch die 3 Hefte in albanischer Sprache für den jugoslawischen Markt bestimmt waren und eben nicht für die Volksrepublik Albanien. Des Rätsels Lösung ist einfach! Im Bundesstaat Jugoslawien wurde nicht nur serbokroatisch gesprochen, sondern auch albanisch. Im Kosovo, damals zu Jugoslawien gehörig, waren die Albaner sogar in der Mehrheit und in Mazedonien auch keine kleine Minderheit, sondern zahlenmäßig stark. Die von Tito verfolgte liberale Nationalitätenpolitik Anfang der 1970er Jahre gebot es, Publikationen deshalb auch in albanischer Sprache erscheinen zu lassen, allerdings recht stiefmütterlich. Das Albanische wurde laufend diskriminiert, wie auch die albanische Minderheit. Daß dennoch „Mozaik"-Hefte in der Volksrepublik Albanien auftauchten, war anderen Wegen geschuldet, aber nicht offiziellen.
 
Das erste Heft von drei Heften des "Mosaik" in albanischer Sprache
 
Ausschnitt der Rückseite mit dem Impressum