Sonntag, 24. Mai 2015

Endgültige Abreise des lieben Täuberichs



Fortsetzung von:





Ach, unser lieber Gast, der kleine Täuberich, ist heute nun doch zurück zu seinem im Norden Sachsen-Anhalts gelegenem Heimatschlag geflogen. Seine dort wartende Braut hatte schon sehnsüchtig auf ihn gewartet und wie mir der Taubenhalter am Telefon mitteilte, da freute sich auch der Täuberich seine Braut wieder zu sehen, als er in die Box von ihr gesteckt wurde. Der kleinen Taube, die auf ihn gewartet hat, der gönne ich das Wiedersehen, wenn auch mit einer kleinen Träne im Auge, denn ich hatte mich schon sehr an den kleinen Täuberich gewöhnt, der sich so wunderbar mit uns Menschen und mit unseren Hühnern bei seinem Aufenthalt hier verstanden hat.

Das letzte Foto von ihm, heute am Vormittag aufgenommen, siehe oben! 

Wieder bewundert: Die "Tante Ju" auf dem Dessauer Flugplatzfest 2015!

Das alljährlich stattfindende Dessauer Flugplatzfest ist immer ein Höhepunkt in der Veranstaltungskultur unserer Stadt. Was wäre dieses Fest aber ohne unsere Dessauer Geschichte mit Junkers und so ist doch immer das Wiedersehen und Anschauen der lieben „Tante Ju“ ein erhebendes Erlebnis. Eine „Tante Ju 52“ gab es zu besichtigen und es gab wie jedes Jahr auch Rundflüge mit diesem Oldtimer der Lüfte.

Hier mal wieder ein paar Fotos dieses zuverlässigen Flugzeugs aus einer Zeit, als auch meine Mutter in den Junkers Flugzeug-und Motorenwerken in Dessau im Entwurfsbüro (Gropler) gearbeitet hat (Mitte 1930er Jahre bis 1945), siehe dazu meine diversen Blogbeiträge (einfach mit diesen Stichworten googlen):
 


 

Freitag, 22. Mai 2015

Der kleine Täuberich war wieder da!

Fortsetzung von:




Meistens kommt es anders als man denkt! Da hatte ich mich gestern von der kleinen Taube (ein Täuberich!) verabschiedet, als sie wegflog und rief den Halter im Norden Sachsen-Anhalts an, daß er doch bitte darauf achten solle, ob die Taube heil bei ihm ankommen würde, da kam auf einmal gegen Nachmittag die Taube wieder zurück.
 
Erst saß sie beim Nachbarn auf dem Dach, beobachtete die Hühner und mich auf der Terrasse, flog mal da hin und mal dort hin, immer auf die Dächer oder Fenstersimse meines Hauses, kam aber nicht runter um sich Futter auf dem Hof zu holen, was dort reichlich lag. Am frühen Abend dann flog sie in das geöffnete Badfenster und stolzierte bei mir in der dort anschließenden Diele und Küche, siehe vorletzte Fotos, bis sie dann schließlich und endlich zur Voliere flog und von dort in den Stall, wo sie allein (die Hühner waren noch im Garten) erst mal tüchtig fraß und trank.
 
Ich beobachtete dann wie es weiter ging. Als erste suchte Grüni den Stall zum Schlafen auf, die der Taube kaum Beachtung schenkte, sie wie eine der Ihren betrachtete und nicht als Fremde. Nach einer Weile kamen die drei kleinen Zwerghühnchen in den Stall und die Taube saß da wo diese sonst immer saßen. Aber das störte die Hühnchen nicht, ohne Zank oder gar Hackerei setzten sie sich neben die Taube, als wenn sie das vierte Hühnchen wäre. Sagenhaft!
 
Ich telefonierte mit dem Taubenhalter und teilte ihm mit, daß die von mir angekündigte Rückkehr der Taube sich verzögern würde, da es der Taube anscheinend so gut bei uns gefällt. Daß sie aber hier bleibt, ist unwahrscheinlich, denn wie mir der Taubenhalter mitteilte, hat der Täuberich - die Taube ist also ein Täuberich - eine Partnerin, zu der es ihn in der Regel immer wieder hin zieht. Was ich ganz schrecklich finde, das ist die Vorgehensweise, daß ein Brieftaubenhalter nur einen Tag vor einem Wettkampf den Täuberich zu seiner Partnerin läßt und am nächsten Tag ihn wieder dort rausnimmt um ihn in eine fremde weit entfernte Gegend zu transportieren, wo er natürlich alles versucht so schnell wie möglich wieder zu seiner Braut zurück zu fliegen. Ich hatte immer gedacht, Tauben die von Brieftaubenzüchtern gehalten werden, die haben ein freies Leben, so wie es Tieren zusteht, aber dem ist nicht so, denn wenn die Partnerin des Täuberichs eingesperrt wird, dann hat das mit Freiheit nichts zu tun.  Wenn ich in der Natur die Wildtauben beobachte, wie Ringeltauben oder Türkentauben, dann leben diese natürlich und frei und ein Pärchen ist immer zusammen und wird nicht zwangsweise getrennt, wie es bei Brieftaubenzüchtern gemacht wird. Dieser Brieftaubensport müßte meiner Meinung nach, so wie er betrieben wird, mit diesen Methoden, verboten werden. Da kann man nur in den antispeziesistischen Schlachtruf einstimmen: Until all are free (Bis alle frei sind)!
 














 
 
 

Donnerstag, 21. Mai 2015

Bloglinks zu Tauben-Themen

Aquarell von Bernd Nowack (Barry Noa)


Bezugnehmend auf meine beiden letzten Blogbeiträge:






hier Links zu Blogbeiträgen wo es um Tauben geht:










Guten Flug, kleine wunderbare Taube!

Tierfreunde werden wissen wollen, wie es der kleinen Brieftaube geht, die dieser Tage völlig erschöpft bei den Hühnern Unterschlupf gefunden hat, siehe: http://barrynoa.blogspot.de/2015/05/zu-gast-bei-den-huhnern-eine-erschopfte.html.

Es ging ihr heute gut! Sie hat sich erstaunlich schnell erholt, kein Wunder bei der guten Unterkunft, Verpflegung und der Gastfreundlichkeit der Hühner und der Menschen auf dem Sandberg 33 in Dessau-Törten.
 
Einträchtig und ohne Zankereien nahmen die Hühner und das Täubchen gestern Abend ihre Schlafplätze ein, zwar nicht aneinander kuschelnd, immer auf ein wenig Distanz bedacht, so wie das schon Grüni mit den neuen Zwerghühnern hält, die lieber auf der Holzstange sitzen und Grüni, wie zu alten Zeiten auf dem alten Garderobenständer, wo bisher alle Althühner Platz nahmen. Aber es gab zwischen den Hühnern und der Taube keinerlei Streit, auch beim Fressen nicht, was mich ehrlich gesagt sehr erstaunte.
 
 


 
Heute ließ ich erst die Hühner in die Voliere und ließ sie sich erst einmal allein an Körnern und einer Melonenscheibe sich laben.
 

 
Als die Hühner auf den Hof abzuckelten, da machte ich erst die Klappe für die Taube auf, damit sie in Ruhe in der Voliere fressen konnte. Ein entzückendes Tier, diese kleine Taube, so anmutig und so schlau! Daß es menschliche Kretins gibt, die so ein hübsches Tier schlachten können und den kleinen Körper als Braten essen können, das geht nicht in meinen Kopf, es ist menschlicher Abschaum, der so etwas barbarisches macht - das ist meine Meinung!

Daß ich kein Freund von Eingesperrtsein bin und dies auch bei Tieren ablehne, ist wahrscheinlich bekannt, da braucht man nur meine diversen Blogbeiträge lesen, und so konnte die Taube heute, nachdem sie wieder gesund ist, was man merken konnte, selbst entscheiden, was sie macht und nachdem sie sich noch mal den Kropf voll geschlagen hatte, da schwang sie sich auf die Mauer und flog davon.

Ich wünsche Dir alles Gute, kleine wunderbare Taube, daß Du heil zu Deinem heimischen Schlag ankommen mögest, wo wahrscheinlich eine Partnerin oder ein Partner auf Dich wartet und daß Du ja nicht mal im Kochtopf landen mögest, das wäre wirklich schlimm, aber den Menschen ist alles zuzutrauen. Nur Einsperren, das wollte ich Dich nicht, denn Tieren gehört die Freiheit, genau so wie wir Menschen Freiheit haben wollen. 






 
 

Mittwoch, 20. Mai 2015

Zu Gast bei den Hühnern, eine erschöpfte kleine Brieftaube

Es gibt Sportarten, die diesen Begriff nicht haben dürften, da sich darin nicht Menschen in einem Wettkampf messen, sondern wo Tiere entweder sklavisch dressiert werden, wie bei den Pferdesportarten, oder wo Tiere gequält oder gar getötet werden, wie beim Angelsport.

Wie sieht es nun aber beim Brieftaubensport aus? Meine Meinung ist total ablehnend, da Tauben hunderte Kilometer weit weg transportiert werden und sie dort ausgesetzt werden und in fremder Umgebung müssen sie nun den Weg nach Hause zurück finden, eine Strapaze ohnegleichen, nur damit ihre Besitzer eventuell einen Pokal für die schnellste Taube bekommen können. Daß dabei schamlos das Heimweh nach dem heimischen Taubenschlag ausgenutzt wird, daß die Taube so eine Kraftanstrengung machen läßt, ist das heimtückische an der Sache.

Taubenzüchter sind in der Regel keine Tierfreunde, denn um besonders gute Tauben zu züchten, da fallen viele Tauben, die nicht zum „Sport“ taugen, zum Opfer, sogar als Taubenbraten. Auch auf dem langen Flug solcher „Wettkämpfe“ lauern jede Menge Gefahren, wie Angriff von Raubvögeln, Überfahrenwerden von Autos, Vergiftetwerden in Städten, denn viele Städte bekämpfen Stadttauben mit Giftködern, von denen auch die Brieftauben aufnehmen, oder sie sind einfach zu Tode erschöpft, wie die kleine wunderhübsche Taube, die sich gestern völlig erschöpft bei den Hühnern eingefunden hat.

Ich war mehr als überrascht als ich gestern am frühen Abend, wenn die Hühner sich zum Schlafen im Stall einfinden, dort neben den drei neuen Zwerghühnern und Grüni auch eine Taube vorfand, die zwar etwas ängstlich guckte, aber dies mehr wegen meiner Fotografiererei, die aber keinerlei Scheu gegenüber den Hühnern hatte und auch von denen nicht weggehackt wurde. Wenn man bedenkt, daß man in den Hühnerstall nur durch eine kleine Klappe am Erdboden von der Voliere aus hinein kommen kann, dann muß man nur den Hut ziehen vor der Intelligenz dieser kleinen Taube, die extrem erschöpft war und die als wahrscheinlich einzigste Möglichkeit an Futter und Wasser zu kommen und um sich zu erholen, den kleinen Hühnerstall auswählte und es darauf ankommen ließ, ob sie mit den Hühnern darin klar kommen wird.

Sagenhaft, wie schlau Tiere sind. Von den Fähigkeiten der Tiere ahnen die meisten dämlichen Menschen gar nichts. Auch wenn man bedenkt, daß in der Regel, wenn alles gut geht, eine Taube nach seinem Schlag zurück findet, einen Orientierungssinn hat, der sich allein nach der Erdgravitation richtet, dann sind Fähigkeiten eines Menschen dagegen oft nur minderwertig.

Ich halte diese ganzen Brieftauben-Wettkämpfe für Tierquälerei und den Protagonisten dieses „Sports“ wünschte man, daß man mit ihnen genau so verfahren würde, wie sie mit ihren Tieren verfahren, nämlich in einer fremden Gegend ausgesetzt werden und dann ohne Hilfsmittel nach Hause laufen. Das wird diesen Typen, meistens Männer, die gierig auf Pokale sind, ohne Wegweiser oder andere Hinweise nicht gelingen. Oft sind die Halter von Brieftauben grobschlächtige Männer aus dem Proletenmilieu, sie erkennen meistens gar nicht die unvergleichliche Schönheit einer Taube, die ästhetisch gesehen engelsgleich ist, wie Künstler vieler Jahrtausende schon erkannten. Aber von Kunst und Ästhetik halten die wenigsten Brieftaubenzüchter etwas, Feinsinnigkeit und wirkliche Tierliebe schließen sich bei diesem Sport aus, sonst würde man den Tieren diese Touren nicht zumuten.

Die kleine Taube war beringt. Ich telefonierte auch mit dem Besitzer, der mich bat, die Taube sich bei mir erholen zu lassen, was ich gern mache, denn dazu tut sie mir zu leid, so erschöpft wie sie ist. Dieser Herr hat 120 Tauben, neben jeder Menge Enten und Hühnern und wohnt im Norden von Sachsen-Anhalt. Die arme kleine Taube wurde in Polen ausgesetzt und fand den Weg nach dem Norden Sachsen-Anhalts nicht mehr, landete hier in Dessau und ich hoffe, daß sie sich wieder erholt, denn derzeit rührt sie sich kaum vom Fleck, frißt aber und trinkt, macht aber keine Anstalten zu fliegen. 
 




 
 
Daß sich Hühner mit anderen kleinen Vögeln gut verstehen können, dies bewiesen die Hühner im vorigen Jahr, als sie einen kleinen Sperling "adoptierten", siehe dazu diesen Blogbeitrag:
 
 
 

Dienstag, 19. Mai 2015

Jakob Loewenberg (1856-1929): Das Glück




Wer kennt heute schon noch die wunderbaren Gedichte eines Jakob Loewenberg (1856-1929)! Nicht die Bücherverbrennungen der Nazis 1933 in Deutschland waren es, die den Lyriker Loewenberg der Vergessenheit anheim fallen ließen, sondern unsere beschleunigte Zeit ist es, die nur nach Sensationen dürstet, dessen Lyrik nur noch bürgerlich-dekadent daher kommt und die an edlem Schrifttum kein Interesse mehr zeigt, leider!

Loewenbergs Werke wurden von den Nazis deshalb vernichtet, weil er Jude war und besonders Loewenbergs Satz, den er kurz vor seinem Tod schrieb: „Wenn ich jemals auf etwas stolz war, so war es darauf: Deutscher und Jude zu sein“, der gefiel den Nazis nicht, denn Loewenberg war assimiliert und kaisertreu, eine Haltung die nicht in das Zerrbild der Nazis vom Andersartigen der Juden paßte.

Mein Lieblingsgedicht von Loewenberg ist das hier von mir eingescannte Gedicht vom „Glück“. Bekannt wurde es mir durch die bekannte Fassung in der Nr. 29 der „Jugend“ von 1897, mit der Grafik von Fidus:



Zur Biografie von Jakob Loewenberg: